Home > Publications > Auf den Spuren des Ötztal Marathons

Am Freitag, den 7. August machten sich 4 Bergbeisser auf den Weg nach Sölden um sich dort auf eine tagesfüllende Rennradtour vorzubereiten. Beim Abendessen wurden die Kohlenhydratspeicher nochmals mit Pizza und Apfelstrudel aufgefüllt und nach einem kurzen Absacker früh ins Bett gegangen.

3:45 Uhr- der Wecker reist einen aus dem Schlaf aber die Müdigkeit weicht schnell der Vorfreude auf die heutige Tour. Der Wetterbericht verspricht heiße Temperaturen (super denn es geht immerhin bis auf 2509m hoch) und keine Unwetter. So kann nach einem ausgiebigen Frühstück unser Vorhaben beginnen.

Um 5:15 Uhr starten wir, der Ötztaler Ache folgend, von Sölden, Längenfeld und Umhausen hinab nach Ötz. Jetzt da sich die Dunkelheit verzogen hat bauen wir unsere Lichter ab und machen uns an die erste von vier großen Auffahrten. Steil, bis 16%, geht es die Kühtaistraße hinauf und wir sind froh, dass wir diesen Abschnitt noch mit „frischen“ Beinen radeln können. Kurz unterhalb von Kühtai trafen wir auf 4 weitere Bergbeisser, welche aus Zeitgründen nicht mit uns von Sölden, sondern von Innsbruck aus starteten und die Runde in entgegengesetzter Richtung fuhren. Wer wird wohl am Ende die schnellere Route gewählt haben…? Nach kurzer, aber herzlicher Begrüßung wurde sich gegenseitig noch „Gute und unfallfrei Fahrt“ gewünscht und weitergefahren. Schnell waren die letzten 150Hm überwunden und die wärmende Morgensonne, in dem wie ausgestorbenen anmutenden Wintersportort Kühtai, genossen.

Kurz noch was Warmes angezogen und schon kann eine rauschende Abfahrt beginnen! Auf bestem Asphalt geht es durch das Sellrain hinab nach Kematen. Durch das langsam erwachende Innsbruck und der Skisprungschanze am Bergisel vorbei fahren wir die moderat verlaufende Brenner- Landstraße hinauf. Auf dem bei Einheimischen als „Lutscher- Strecke“ bekannten Abschnitt konnte bei der Auffahrt eine herrliche Aussicht auf das zurückliegende Innsbruck und das immer an Urlaub erinnernde Inntal samt den ringsum liegenden Bergen genossen werden. Perfekt in der Zeit liegend konnten um 11:00 Uhr die mitgenommenen Wurst- Käse- Brote, am eigens für uns arrangierten Sitzgarnitur (so schien es zumindest), eingenommen werden.

Gut Erholt und mit bester Stimmung ging es bei leichtem Gegenwind und in früheren Bergbeisser- Fahrten schwelgend, hinab nach Sterzing. Unten angekommen spürten wir erstmals das vorhergesagte warme Wetter. Doch dies hielt uns nicht davon ab, an den ins Herzen Südtirols drängenden Urlauber vorbei rollend, unser nächstes Ziel, den Jaufenpass, fest ins Auge zu fassen. Jeder in seinem Tempo fahrend, ging es die das Eisack- und Passeiertal verbindende Passstraße hinauf. Nach der sehr kurvenreichen und 20 Kehren zählende Auffahrt wurden alle ankommenden Radler mit Applaus und Glückwünschen begrüßt. Es war noch Zeit sich mit alkoholfreiem Weißbier, Wurstsemmel samt Espresso zu stärken.

Kurz nach dem los fahren trafen wir nochmals die zweite Gruppe. Nur im vorbei fahren grüßend genossen wir die rasende Abfahrt, auf der guten und perfekt angelegten Straße, nach St. Leonhard im Passeier. Unten angekommen stellten die vorherrschenden Temperaturen um die 39°C unser Durchhaltevermögen nochmals auf die Probe. Doch schon nach kurzer Zeit war die größte Hitze überwunden und nach dem Auffüllen der Trinkflaschen und Kraftspeicher wurden die letzten Meter hinauf auf das 2509m hohe Timmelsjoch in Angriff genommen. Oben angekommen war die Freude über die eigene Leistung riesig. Nach einem letzten kleinen Gegenanstieg ging es nun endlich nur noch bergab. Dabei fuhren wir durch den, nicht nur bei Skisportlern sehr bekannten Wintersportort Hochgurgl zurück nach Sölden.

Ach ja, die Runde entgegen des Uhrzeigersinnes ist anscheinend etwas schneller.

Nach dieser anspruchsvollen und dennoch sehr schönen und abwechslungsreichen Rennradtour standen 230 Kilometer und 5300 Höhenmeter auf dem Tacho.

Bericht und Fotos: Hannes Thaler

Fotos: Am Kühtai, Tunnel vor Timmelsjoch, Blick auf Innsbruck, Rast am Jaufen, Start im Ötztal