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7 Rennradler der Bergbeißer starteten am Samstag, den 9. Juni um 8:30 in Fusch an der Glocknerstraße, um eine kombinierte Rad-/Zugfahrt unter die Räder zu nehmen. Die ersten, noch sanft ansteigenden Kilometer, dienten dem Einfahren für die Überwindung der 1700 Höhenmeter bis zum Fuscher Törl.   Bei angenehmen Temperaturen waren alle froh, daß der Himmel bewölkt war und keine Hitzeschlacht zu überstehen war. Nach der Mautstelle in Ferleiten, als die Steigung schon deutlich zugenommen hatte hörte man auf einmal ein Summen und Knattern, das auch noch von einem unangenehmen Zweitaktergeruch begleitet war. Der Auslöser war ein internationales Vespa-Treffen das in Zell am See an diesem Wochenende stattfand und als Höhepunkt die Glocknerfahrt hatte. Wir fanden das anfangs noch lustig, aber als die Zahl der Motorroller die Hundert deutlich überschritt, waren wir genervt. Nichtdestotrotz ließen wir uns nicht aus der Ruhe bringen und erreichten über Piffkar, Hexenküche und das obere Naßfeld das Fuscher Törl.

Kurz zuvor gab es noch eine weitere Geruchsüberraschung. An diesem Samstag war auch ein Treffen historischer Lastwagen und Zugmaschinen angesagt. Dies sorgte für den Übergang von Zweitaktergeruch auf Dieselqualm. Da manche dieser Veteranen nur unwesentlich schneller waren als wir Radler, konnten wir mit eigener Nase feststellen, daß bei allen diesen Gefährten die Software für die Abgasreinigung abgeschaltet war. Oben angekommen trafen wir dann noch einen Lastwagen der Tittmoninger Firma Drössler, der von Franz Fleischmann gesteuert wurde.

Nachdem wir uns am Fuscher Törl wieder gesammelt hatten, führte die Straße hinunter zur Fuscher Lacke um dann wieder über das Mittertörl bis zum höchsten Punkt, dem 2506m hoch gelegenen Hochtor, der Grenze zu Kärnten anzusteigen. Nach einer kurzen Photopause begann dann eine Abfahrt , die alle Plagen der Auffahrt vergessen ließ. Die Abzweigung zur Franz-Josefs-Höhe recht liegenlassend, ging es in sausender Fahrt in Richtung Heiligenblut. Diverse Vespas und Autos waren nun keine Gegner mehr und wurden einfach „rasiert“.

Unterhalb von Heiligenblut kehrten wir in der Wirtschaft „Hexenküche“ zur Mittagsrast ein. Da hat alles gepaßt: Gutes Essen, genug zu trinken und ein wirklich schneller Service.

Die Fahrt ging dann weiter entlang der Möll nach Winklern, wo wir nach links in Richtung Spittal abbogen, aber im Mölltal blieben. Mit Unterstützung durch ein andauernd leichtes Gefälle wurde ein ordentliches Tempo vorgelegt. Verstärktes Windschattenfahren war nun angesagt. Lainach und Flattach hießen die nächsten Orte die wir passierten, ehe es in Obervellach wieder ernst wurde. Ordentliche Steigungsprozente forderten nun auf der Auffahrt zur Tauernschleuse wieder ihren Tribut. Windschatten war vorbei und Einzelkampf war angesagt. Ein jeder fuhr in seinem eigenen Rhythmus die ca. 500 Höhenmeter hinauf zum Verladebahnhof in Mallnitz.

Weil die Züge nur einmal jede Stunde verkehrten, mußten wir eine gute halbe Stunde warten, bis sich unser Zug in Richtung Böckstein in Bewegung setzte. Auf der anderen Seite des Tunnels begrüßte uns strahlender Sonnenschein, ganz entgegen der nicht so positiven Wettervorhersage. Wie schon von Winklern bis Obervellach ging es jetzt wieder 400 Höhenmeter bergab bis ins Salzachtal. Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein wurden passiert, ehe der Kurs bei Lend wieder salzachaufwärts führte. An Taxenbach, Högmoos und St. Georgen vorbei waren einige nicklige Zwischenanstiege zu bewältigen. Bei Bruck bogen wir dann wieder auf die Großglockner Hochalpenstraße ein. Die letzten, moderat ansteigenden Kilometer bis Fusch waren dann ziemlich schnell überwunden.

Ein wunderbarer Rennradltag, mit 155 Kilometern und 2980 Höhenmetern war ohne eine Panne, ohne einen Unfall aber mit durchgehend regenfreiem Wetter für die sieben Bergbeißer zu Ende gegangen.

 

Bericht: Gangerl

Fotos: Sepp Schneider